Spielbericht „Prophylaxis Panacea Efqa“

Im folgenden eine knappe Zusammenfassung meiner ersten Cthulhu Invictus Spielrunde, organisiert auf http://rpg-koeln.de. Der Spielbericht enthält nicht unerhebliche Spoiler und Anmerkungen aus Spielleiterperspektive. Daher ist eine Lektüre für Spieler (egal, ob sie grade noch in diesem Abenteuer hängen oder es in ferner Zukunft spielen wollen/könnten) nicht zu empfehlen! Spielleiter können anhand des Spielberichts eventuell ein besseres Gefühl für das Szenario erhalten und die Geschichte besser an ihre Spielgruppe anpassen.

Spieler:

  • Batman als Marcus Livius Vincentius, 39, Zenturio der 1. Zenturie, 1. Kohorte der Legio III Gallica, kurz vor dem Ruhestand.
  • Serienheld als Publius Curius Novus, 23, junger Weinhändler aus Rom auf Auslieferung, mit hohem Statusbewusstein

Spielzeit: ca. 7 Stunden in einer Sitzung am 26.10.2011

I. Ausgangslage und Einbinden der Charaktere

Wir schreiben das Jahr 80 n. Chr. bzw. 834 A.U.C. In dem kleinen, in der Provinz Syria gelegenen Wüstenstädtchen Palmyra – für die Römer ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel der Region – geht es nach Augenzeugenberichten nicht mit rechten Dingen zu: Seit Monaten wird die Stadt vom Ausbruch verschiedenster Krankheiten in Atem gehalten. Da auch die Hälfte der in Palmyra stationierten Legionäre erkrankt und ein Großteil sogar gestorben ist, kann der dortige Stadtpräfekt Decimus Flavius Malleolus die ihm übertragenen Aufgaben – Sicherung des Friedens ins der Stadt und der Handelswege in ihrem Umkreis – nicht mehr in vollem Umfang wahrnehmen. Tatsächlich droht die Lage sogar, noch schlimmer zu werden. Daher schickt er eine Nachricht ins nahe gelegene Emesa, wo die Legio III Gallica stationiert ist, und bittet eindringlich um Hilfe.

Der Präfekt von Emesa setzt daraufhin umgehend eine Kohorte seiner Legion unter dem Kommando von Appius Hostilius Varro in Bewegung. Diese soll umgehend aufbrechen, um die Truppen in Palmyra zu verstärken. Da Varro selbst mit abkommandiert wird, beschließt er, seine besten Leute, die 1. Kohorte, mitzunehmen. Dies insbesondere, weil Palmyra in seiner aktuellen Schwäche ein leichtes Ziel für die Parther wäre und unter allen Umständen eine Eroberung der Stadt durch den Feind verhindert werden muss. Vincentius geht als 1. Zenturio natürlich mit auf den Marsch. Zwar hat er sich schon darauf gefreut, in einigen Tagen entlassen zu werden und dann mit seiner heimlichen Frau Cosma und seinen sieben Kindern endlich gen Rom aufzubrechen, aber er ist zu allererst Soldat und führt als solcher alle Befehle ohne zu murren aus.

Doch nicht nur Soldaten verlassen an diesem Morgen Emesa. Hinter der Marschreihe der ca. 250 Bewaffneten schließt sich ein fast hundertköpfiger Tross aus Händlern, Handwerkern, Huren und schutzsuchenden Reisenden dem 3-tätigen Marsch durch die Wüste an. Darunter auch der junge Novus, der noch eine Lieferung von vier Amphoren edlen Weines aus väterlicher Produktion nach Palmyra bringen muss. Fast alle in der Kolonne sind zu Fuß unterwegs. Abgesehen vom Ross des Tribuns Varro und dem Reitesel des Novus sind die Vierbeiner ausschließlich Lastenesel oder -maultiere.

Wie man bis hierhin erkennen kann, verlief die Einbindung der Charaktere ohne größere Schwierigkeiten. Mit einem Soldaten und einem Händler haben sich die beiden Spieler aber auch – ohne großes Eingreifen des Spielleiters – direkt passende Rollen ausgesucht. Tipp: das Szenario bietet am Anfang eine Liste von „Berufen“, für die eine Teilnahme an der Expedition plausibel wäre. Die Beförderung des Zenturios zum zweithöchsten Offizier in dem Tross war der Versuch, den Spieler in eine handlungsfähige Situation zu bringen, die er als einfacher Soldat sicher nicht innegehabt hätte. Beim Weinhändler Novus habe ich Wert auf die Beherrschung mind. einer, besser zweier lokaler Sprachen gelegt, damit er als Händler auch mit Nicht-Römern – und davon wimmelt es in der Marschgruppe – sprechen kann. Es wäre für den Spieler sonst ggf. eine frustrierende Erfahrung geworden, die Reise ohne irgendwelche Unterhaltung zuzubringen, denn die Soldaten laufen ja in Formation vor ihm weg.

II. Die Reise von Emesa nach Palmyra

Den ganzen Vormittag schiebt sich der lange Zug aus Menschen und Tieren durch die syrische Steinwüste. Die Sonne brennt und kurz hinter den Stadtgrenzen von Emesa verschwinden auch die letzten grünen Flecken in schattigen Felsspalten in denen sich das wenige Wasser sammelt. Gegen Mittag legt die Kohorte eine erste Rast ein, bei der sich erste Gespräche zwischen Novus und den anderen Zivilisten entwickeln. Diese waren während des Fußmarsches und sind auch weiterhin sehr schweigsam. Es ist unwahrscheinlich, dass ihnen die Hitze so zu schaffen macht, eher wird es wohl die Aussicht sein, in eine Stadt voller Krankheit und Tod unterwegs zu sein – oder vielleicht sind ja auch Räuber in der Gegend unterwegs? Die Grenze zu den Parthern ist nicht weit und hier draußen wäre man ihnen (dank der Legionäre nur beinahe!) schutzlos ausgeliefert.

Nur kurz nachdem sich die Menschenkette wieder in Bewegung gesetzt hat, ertönt ein Schrei vom Ende des Zuges. Als der Zenturio Vincentius zusammen mit einigen Soldaten nach dem Rechten sieht, entdeckt er eine übel verstümmelte Leiche am Wegesrand. Ihr fehlen Gliedmaßen und große Fleischbrocken aus dem Torso und Nackenbereich. Eine Blutlache sammelt sich um den noch warmen Körper. Die Umstehenden sind aufgelöst in Panik oder Trauer. Auch Novus schaut sich nach dem Tumult um, wendet sich jedoch sofort wieder ab, als er den übel zugerichteten Toten erblickt. Varro kommt kurze Zeit später angeritten, befiehlt, den toten Körper umgehend dem Feuer zu übergeben und den Marsch unverzüglich fortzusetzen. Der Beschreibung der Zeugen nach, wurde der tote Mann von einem hunde-ähnlichen Tier angefallen. Alle sollen die Augen offenhalten.

Einige Stunden des stumpfsinnigen Laufens später, ordnet Varro den Bau eines Lagers an. Zügig errichten die Legionäre ein geschütztes Areal, in dem auch einige der vertrauenswürdigen Mitreisenden unterkommen. Die Soldaten gehen zügig ins Bett, froh, endlich Ruhe zu haben. Auch der Zenturio legt sich bald schlafen. Der junge, trinkfreudige Römer Novus schaut sich noch um und versucht weiter mit der örtlichen Bevölkerung warm zu werden, erreicht aber nur wenig. Immerhin wird er einen Teil seines Weines an ein paar Mitreisende los – zu einem völlig angemessenen Preis versteht sich! (Der Käufer muss ja nicht wissen, wieviel Gewinn ein Weinhändler so macht…) Dann geht auch der Kaufmann schlafen. Mitten in der Nacht dann der Alarm: Dunkle Schatten huschen durch das Lager, der Zenturio ruft sofort alle Männer zu den Waffen, Zivilisten stürzen panisch durch die Zeltstadt. Doch der Zenturio behält die Ruhe, diszipliniert seine Männer und lässt sie geschlossen in kleiner Formation vorgehen (Taktik-Wurf!), binnen vier Kampfrunden macht er einen Schatten eigenhändig nieder, woraufhin sich der Rest des Rudels zurückzieht. Danach wird Bilanz gezogen: 15 Legionäre und 30 Zivilisten sind getötet worden! Immerhin konnten auch neun der hundeartigen Wesen erschlagen werden, die sich jetzt eindeutig als unbekannte Spezies entpuppen, woran Novus, der den Angriff selbst größtenteils verschlafen hat, entscheidend mitwirkt. Zudem sind die Weinvorräte der Legionäre im Kampfgetümmel deutlich reduziert worden, weshalb Varro die Amphoren des Novus konfiszieren lässt – wogegen dieser heftig, aber wirkungslos, protestiert. Etwa eine Stunde nach dem Angriff werden sechs Legionäre, die Überlebenden der Nachtwache, auf dem Platz vor dem Prätorium wegen Nicht-Erfüllung ihrer Pflicht von Varro mit dem Schwert hingerichtet. Der Tribun hält eine flammende Rede über Pflicht und Ehre und ruft allen die drastischen Strafen in Erinnerung, die bei Unfähigkeit oder Versagen drohen. Dann befiehlt er Nachtruhe und zieht sich zurück.

Am nächsten Tag wird die Reise gen Palmyra fortgesetzt. Alles wiederholt sich an dem Tag: die Hitze, die bedrückte Stimmung, die langweilige Landschaft – sogar der Angriff auf einen Zivilisten kurz nach der Mittagsrast. Diesmal ist eine junge Frau mit ihrem Kind den Raubtieren zum Opfer gefallen, als sie nur kurz hinter einem Felsen austreten wollte. Varro, erstaunt von der nicht-endenwollenden Angriffslustigkeit und der offensichtlichen Größe des Bardi-Rudels, befiehlt, eine Zenturie um die Zivilisten herum zu positionieren und diese so zu schützen. Keiner darf den Schutzring verlassen. Zwar verringert sich so die Reisegeschwindigkeit der Gruppe, aber durch das Unterlassen weiterer Pausen wird die Zeit in etwa wieder aufgeholt. Immer wieder tauchen derweil auf nahegelegenen Anhöhen und hinter Felsen Bardi auf, die scheinbar nur auf eine weitere Gelegenheit warten, sich einen unvorsichtigen Reisenden zu schnappen. Auch Novus bemerkt die Raubtiere und ist den ganzen Tag über sehr wachsam. Er kann sich auch nicht mehr so gut ausruhen wie gestern, da sein Reitesel „Fabius“ gestern Nacht von den Hundeartigen – ebenso wie einige weitere Maultiere – gerissen worden ist. In einem verzweifelten Versuch, seinen Wein von Varro zurückzuerhalten, einigt man sich darauf, am morgigen Abend noch einmal darüber zu sprechen, wenn der Zug sicher in der Stadt und die Versorgungs-Lage dort aufgeklärt ist.

Gegen Abend wird erneut ein Feldlager errichtet. Zenturio Vincentius ordnet eine Verdopplung der Wachen an der Palisade an und überträgt die Verantwortung für die Sicherheit des Lagers in dieser Nacht dem zweiten Zenturio persönlich. Zudem opfert er zusammen mit einigen anderen Soldaten dem Mars ein von den Zivilisten abgekauftes Opfertier. Es mag an diesen Maßnahmen liegen, dass die Nacht ruhig bleibt und Soldaten wie Zivilisten am nächsten Morgen nur noch wenige Stunden brauchen, um das direkt neben einer Oase gelegene Palmyra zu erreichen – und zwar ganz ohne von irgendwelchen Raubtieren belästigt zu werden, oder diese auch nur zu erblicken. …

  • Bei der ersten Mittagsrast in der Wüste zeigte sich wieder einmal, wie ungeschickt es sein kann, zentrale Hinweise in einem Abenteuer durch einen „Spot Hidden“-Wurf bemerken zu lassen. Denn schon bei dieser kurzen Pause hätten die Charaktere den ersten Bardi in der Nähe entdecken können, der einen Ibis reißt und dann das restliche Rudel durch Heulen zum Fressen herbeiruft. Zwar habe ich den Wurf verdeckt durchgeführt, um mir Optionen offenzuhalten, aber mich dann doch an die Würfelergebnisse gehalten, weil diese zum Spiel der beiden Chars auch am Besten passten: sie bekamen vom Bardi und seiner Beute überhaupt nichts mit. Dadurch ging aber die Möglichkeiten verloren, die Spieler später mit Vorzeichen (Geheul) und Hinweisen (Bardis arbeiten im Rudel, sind schlau und gefährliche Raubtiere) zu beeinflussen. Es ist der SL ausdrücklich empfohlen, die Beobachtung des Bardi auf jeden Fall unabhängig von einem Wurf stattfinden zu lassen.
  • Ähnlich verhielt es sich übrigens auch mit den Spuren, die beim ersten Toten gefunden werden sollen und die die Nachforschenden dann zu einer weiteren Begegnung mit den Bardi führen. Obwohl ein Spurensucher die Pfotenabdrücke bemerkt, sie eindeutig als nicht einem Hund, Löwen oder Schakal zugehörig identifizieren und eine Richtung angeben konnte, wurde diese Spur von den Charakteren nicht weiterverfolgt. Ggf. muss hier ein zusätzlicher Anreiz geschaffen werden.
  • Zur Konfiskation des Weines durch Varro: Im Spiel selbst ist der Grund für die Beschlagnahmung der vier Amphoren nicht deutlich geworden, weshalb ich sie hier nachreichen muss (Verlust der eigenen Vorräte). Die Maßnahme traf Novus hart und es wurde im Folgenden zu einem Leitmotiv des Spielers, die Waren seines Charakters zurück zu erhalten. Damit war ein wichtiger Anlass für Novus gegeben, sich nicht sofort, nachdem er seinen Wein abverkauft hatte, wieder aus dem Staub zu machen.
  • Der Spieler des Vincentius fühlte sich in seiner Rolle sehr wohl und ging voll darin auf. Vollkommen intuitiv ergriff der Spieler alle Maßnahmen, die die Autoren des Szenarios an entsprechender Stelle vorgesehen hatten und dachte sogar darüber hinaus (Mars-Opfer). So begab er sich nirgendwo alleine hin, sondern nahm immer eine kleinere Abteilung von Soldaten mit, er setze seine Autorität gegenüber den Zivilisten hart durch und er warf nach dem ersten nächtlichen Überfall militärisch rational das Leben des zweiten Zenturios in die Waagschale, um in der zweiten Nacht – nebst Verdopplung der Wachen – auf Nummer sicher zu gehen. Insbesondere aufgrund dieses tollen Spiels ließ ich den zweiten nächtlichen Einfall der Bardi ins Lager ausfallen. Er erschien mir hier auch nicht mehr spannend genug. Die Bardi sind sowieso nur ein Nebenelement im Abenteuer, das an dieser Stelle seine Wirkung schon voll entfaltet hatte: Die Wüste wurde als bedrohlich empfunden, die Stadt wurde als sicherer Hafen begrüßt (trotz der unheilvollen Nachrichten über Krankheit und Tod) und die Wachsamkeit und Furcht der Charaktere war geweckt. Umso überraschender war es da, die Nacht völlig ereignislos verstreichen zu lassen.

III. Palmyra – Eine leidende Wüstenstadt (Tag 1)

In Palmyra trennen sich dann zunächst die Wege von Vincentius und Novus. Während ersterer mit seinen Männern in die Garnison einrückt, begibt sich letzterer nachdem er kurz ein paar sonderlichen Musikern an einem Brunnen zugehört und sich über ihren Brauch, für den Brunnen selbst zu spielen gewundert hat, die große Straße zum Marktplatz hinunter, um eine Unterkunft zu finden. Dabei kommt er an einem Badehaus vorbei, dass er direkt auf die Liste der späteren Vergnügungen setzt, ebenso wie das vor ihm an der Agora auftauchende Theater – welches allerdings verlassen wirkt. Unterkunft findet er schließlich beim örtlichen Ratsmitglied Quintus Flavius Syro, welcher für die Bewirtung fremder, wohlhabener Römer in der Stadt zuständig ist. Der Gastgeber freut sich über ein neues Gesicht, zumal über ein so wohlhabendes, und verwickelt den jungen Händler in ein Gespräch, in dessen Verlauf er ihm auch seine hübsche Tochter Flavia präsentieren möchte, die gerade im besten heiratsfähigen Alter ist. Doch Syros Rufe nach seiner Frau und seiner Tochter bleiben ungehört bis plötzlich ein Sklave, Pyrrhus, herbeistürmt und Syro aufgelöst darüber informiert, dass seine Tochter gerade eben zusammengebrochen ist. Daraufhin eilt der Ratsherr dem Sklaven hinterher in das Gemach seiner Tochter, wo auch schon seine Frau am Bett der jungen Flavia sitzt. Natürlich folgt der neugierige Novus den beiden Männern und wird Zeuge, wie die junge Tochter fiebernd und halb weggetreten darniederliegt. An ihrer Schulter ist ein großes, eitriges Geschwür aufgebrochen, es nässt und blutet stark und sobald Syro dies erblickt, schickt er Pyrrhus, einen Medicus zu holen. Novus hingegen verlässt das Haus umgehend unter einem Vorwand.

Vincentius hingegen wird, kaum das er seine Männer in die Quartiere geschickt und sich einen Überblick über die Lage verschafft hat (die halbe Garnison ist bereits vor seiner Ankunft zu einem großen Lazarett umfunktioniert worden), von Varro herbeizitiert. Gemeinsam betreten sie das Prätorium. Der Tribun erstattet dem örtlichen Befehlshaber Markus Octavius Glabrio Bericht und meldet seine Kohorte zum Dienst. Glabrio ist erfreut über die Verstärkung und weist Varro an, sofort Patrouillen für die Innenstadt und Männer für die Palisaden zu organisieren. Aber er hat noch einen Sonderauftrag: Glabrio ordnet an, dass Varros bester Mann in Zivil in der Stadt Nachforschungen anstellen solle, um endlich die Ursache für die Erkrankungen zu finden. Seit 3 Monaten nun werde die Stadt vom Verderben heimgesucht, die Hälfte ihrer vier Kohorten sei der Seuche – oder um was es sich auch immer handeln möge – bereits zum Opfer gefallen. Tausende seien in der Stadt gestorben. Glabrio vermutet noch immer, dass eine parthische Karawane die Brunnen vergiftet haben könnte, doch er kann im Moment keine eigenen Untersuchungen anstellen. Er hat nicht genügend Männer und Kraft dazu. Zumal alle seine Soldaten in der Stadt weitgehend bekannt sind. Ein unverbrauchtes Gesicht muss her, dass glaubhaft einen Zivilisten spielen kann. Varro erklärt daraufhin nur knapp, dass er seinen besten Mann bereits mitgebracht hat, woraufhin Glabrio sich an Vincentius wendet und ihm viel Erfolg auf seiner Mission wünscht. Danach dürfen die beiden Soldaten der III Gallica wegtreten.

Derweil begibt sich Novus in die Markthalle auf der Agora, um sich zu zerstreuen. Dort bekommt er ein Gespräch zwischen zwei Sklaven mit, die sich über die Gründe für die vielen schweren Krankheitsfälle unterhalten. Kurzerhand stellt er – der ja ein Römer ist, dem ein einfacher Sklave gefälligst Antwort zu geben habe – die beiden zur Rede. Einer der beiden berichtet von einem Gerücht, ein Kul (ein Mischwesen aus Mensch und Fisch) habe sich in der Quelle niedergelassen und verseuche diese. Der andere meint gehört zu haben, dass die Parther für die Misere verantwortlich seien. Erst einmal zufrieden mit diesen Auskünften schickt Novus die beiden fort. Wenige Minuten später, der Weinhändler hat ein vorläufiges Verkaufsabkommen mit einem örtlichen Kaufmann getroffen, begibt sich der junge Römer weiter und betritt den nahegelegenen Tempel des Nebo. Nach einer kleinen Spende schaut der ältliche Priester für ihn in die Zukunft und gibt ihm den Spruch mit auf den Weg, dass „die Verunreinigung im Wasser sei aber nicht das Wasser selbst“. Von hier an beschließt Novus, jeglichen Kontakt mit Wasser in dieser Stadt zu vermeiden. Leider weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihn dies nicht vor der Krankheit schützen wird.

Vincentius verlässt derweil, mit einer kleineren Summe für Spesen ausgestattet und in zivil gekleidet, die Garnison und begibt sich zuerst in den direkt gegenüber der Garnison gelegenen, kleinen Tempel der Allat, einer syrischen Gottheit der Erde und des Regens, wo er den Priester befragt und ein Opfer darbringt. Während er betend vor der Räucherpfanne sitzt, meint er, Wassertropfen zu hören, die von der Decke herab lautstark auf den Boden fallen. Dies bringt auch ihn auf die Idee, dass das Wasser in dieser Stadt eine zentrale Rolle im Mysterium um das allgegenwärtige Verderben spielen könnte. Erfrischt und sich seiner Aufgabe erinnernd, begibt sich daraufhin nun auch Vincentius zum Marktplatz, wo er seine Erkundigungen beginnen will. Kurz nachdem er den mit Steinsäulen geschmückten Platz, der in seiner Mitte einen Brunnen umfasst, betritt und sich einen Überblick über die Lage der Gebäude rund herum verschafft hat, erblickt er auch schon Novus, der von der anderen Seite auf die offene Fläche kommt. Kurzerhand fängt der Zenturio den Weinhändler ab. Vielleicht kann ihm der gewiefte Kaufmann ja bei seinen Ermittlungen behilflich sein. Immerhin spricht er die Sprachen der einheimischen Bevölkerung. Etwas, das zu lernen Vincentius selbst nie für nötig hielt, weil sich sein Kontakt mit den Menschen außerhalb der Legion auf römisch-sprechende Kaufleute und zu tötende Feinde beschränkte.

Novus freut sich über das bekannte Gesicht und lenkt Vincentius‘ Aufmerksamkeit auf die Musiker, die gerade an den Brunnen herantreten und diesen Anspielen. Gemeinsam befragen sie die drei Unterhalter und erfahren, dass der Stadtpräfekt die Beschallung der Wasserversorgung angeordnet habe, um die Teile der Bevölkerung, die an die Verunreinigung durch einen Kul glauben, zu beruhigen. Dumm sei nur, dass ihre Spielerei nichts bringe, so die Musiker weiter. Das sehe man schon daran, dass sie die bereits dritte Ersatzgruppe seien. Alle Musiker vor ihnen seien erkrankt und größtenteils bereits tot.

Als die beiden Neuankömmlinge schließlich den Marktplatz verlassen wollen, begegnet ihnen Alexander, ein in griechische Roben gekleideter Verkäufer von Schutzmedaillons, an einem Straßeneingang. Er wirkt – anders als viele andere Passanten, denen die Charaktere schon begegnet sind – vollkommen gesund und bietet den beiden Schutzamulette an, die gegen die Unwägbarkeiten der grassierenden Krankheiten schützen sollen. Vincentius bemerkt umgehend, dass Alexander kein Grieche sein kann, so sehr dieser auch versucht dies vorzutäuschen. Deshalb drängt er ihn in eine Gasse ab und stellt ihn zur Rede. Doch Alexander, sich keiner Schuld bewusst, weicht den Fragen des Zenturios aus und zeigt sich unkooperativ, woraufhin der alte Legionär ihm einen ordentlichen Schlag in den Magen verpasst. Nun zeigt sich der am Boden kauernde aufgeschlossener für Fragen, nennt seinen wahren Namen, Panna, und erzählt seine Lebensgeschichte: wie er mit seinem griechischen Herrn nach Syrien kam und hier ein einträgliches Geschäft mit Talismanen aufbaute, bis sein Herr schließlich vor einigen Monaten an der Küste bei einem Überfall getötet wurde. Seitdem ziehe er allein umher und schlage sich mit dem Verkauf dieser Medaillons durch.

Novus, der meint, es könne nicht schaden, sich der Amulette zu bedienen, auch wenn sie wirkungslos seien, überzeugt Vincentius davon, ein paar zu beschlagnahmen. Dann jedoch kommt es zu einem kritischen Augenblick, als Marschgeräusche einer Patrouille zu hören sind. Während Novus sich ganz unauffällig von dem noch immer am Boden Liegenden entfernt, bleibt Vincentius ungerührt vor diesem stehen. Der Patrouillenführer, Optio der zweiten Zenturie der 1. Kohorte der III Gallica, lässt seine Truppe kurz anhalten, schaut den am Boden liegenden an, lässt seinen Blick zum Soldaten in zivil schweifen, erkennt diesen sofort und befiehlt nach einem kurzen „Alles in Ordnung hier?“, das Vincentius mit einem „Ja, alles in Ordnung.“ quittiert, weiter zu marschieren.

Alexander verschwindet nach dieser Begegnung umgehend in einer Nebenstraße. Unsere beiden Protagonisten tauschen sich nun zunächst einmal über das bisher Erfahrene aus. Sie wissen inzwischen, dass die Epidemie im Nordosten der Stadt ihren Ausgang nahm und dass offensichtlich etwas mit dem Wasser hier nicht stimmt, wenn es auch unterschiedliche Meinungen darüber gibt, was genau das Problem mit dem flüssigen Nass sei. Deshalb beschließt Vincentius nun, nacheinander alle Brunnen in der Stadt zu untersuchen, um zu überprüfen, ob doch irgendwo eine Verunreinigung zu finden sei. Begonnen werden soll im Osten, beim Brunnen direkt am Tempel der Allat, der auch in unmittelbarer Nähe der Garnison liegt. Von dort holt man zuerst ein wenig Ausrüstung (Seile, Fackeln, etc.) und begibt sich dann direkt zum Brunnen, in den Vincentius sich dann persönlich hinablässt. Der Brunnen ist tief und dunkel. Er besteht hier unten nur aus schlecht verputztem Erdreich. An einigen wenigen Stellen sind Teile mit verrottenden Holzbohlen und Steinen gesichert. Am Grund des Schachts steht eine etwa vier Fuß tiefe Pfütze mit leicht trübem Wasser. Es wird zunehmend trüber, als der neugierige Kletterer seine Füße auf den Boden stellt und sich bewegt. Der aufgewirbelte Schlamm raubt die Sicht auf den Grund nun vollständig. Im Schein der Fackel ist aber nichts weiter besonderes im Brunnen zu erkennen, also stochert Vincentius mit den Füßen und seinem Schwert am Boden herum. Zweimal stößt er auf harte Gegenstände und holt sie herauf: es handelt sich um einen Legionärshelm und einen Metallreifen, der offensichtlich einmal die Bohlen eines Holzeimers zusammenhielt. Enttäuscht macht sich der Zenturio wieder auf den Weg an die Oberfläche.

Derweil hilft Novus oben bei der Absicherung der Kletterpartie. Um ihn herum versammeln sich immer Zuschauer und raunen sich ihre Verwunderung über diese Aktion zu. Zudem plagt den jungen Kaufmann zunehmend ein Husten, der mit schleimigen Auswurf verbunden ist, in den sich just in diesem Moment auch das erste Mal Blut mischt. Bei dessen Anblick trifft Novus die Erkenntnis, dass er möglicherweise ebenfalls erkrankt ist. Er beschließt in seinem Inneren, alles zu tun, um eine Heilung zu finden. Doch dazu muss zunächst einmal die Ursache für die Epidemie gefunden werden. Gerade in diesem Augenblick erreicht Vincentius die Oberfläche. Er berichtet von seinen Entdeckungen und kehrt mit dem nun deutlich blasseren, jungen Römer in die Garnison zurück, nachdem er am nächsten Brunnen, dem neben Bardols Badehaus, zunächst keine Möglichkeit sieht, seine Kletterpartie abzusichern. Zuvor hatte Vincentius jedoch noch einen Abstecher in das benachbarte Badehaus des Bardol gemacht. Hier waren unseren beiden Protagonisten zunächst die wenigen Gäste und die Musiker aufgefallen, die beschäftigungslos, gelangweilt und erschöpft im Eingangsbereich herumstanden. Während eines kurzen Gesprächs mit diesen Musikern entdeckte Novus bei einem von den dreien eine offene Wunde am Bein, in der sich etwas länglich-graues umherwand. Dies veranlasste den Zenturio dazu, den Künstler umgehend mit ins Garnisons-Lager zu nehmen, damit sich ein Wundarzt die Verletzung ansehen konnte.

Im Lazarett angekommen machen Novus und Vincentius nun die Bekanntschaft eines jungen griechischen Wundarztes namens Theophanes. Dieser kümmert sich sofort um den mitgebrachten Künstler, verdonnert die beiden Lieferanten aber zur Mithilfe. Während der altgediente Soldat den jungen Mann auf einer Liege festhalten muss und Novus sein Bestes gibt, ihn dabei zu unterstützen, säubert Theophanes die Wunde mit warmen Wasser, lässt sich einen dünnen Holzstab reichen und beginnt, die sich windende Masse um diese Stange herum aufzuwickeln. Der junge Musiker erleidet unvorstellbare Qualen. Es dauert eine ganze Weile, bis schließlich das hintere Ende der grauen Gestalt aus der Wunde herausgleitet. Danach fällt der Patient umgehend in einen tiefen Schlaf. Theophanes trifft augenblicklich alle Vorbereitungen, um den Holzstab mitsamt der zuckenden Masse in einer Metallschale zu verbrennen. Er ist redselig und berichtet dem entsetzen Novus, dass er diese Krankheit aus den verseuchten sumpfigen Gebieten des Nildeltas kennt und dass der junge Mann auf dem Tisch hier großes Glück gehabt habe, dass er sich nur ein so kleines, offensichtlich Bein-verliebtes Exemplar eingefangen hätte. In Ägypten habe der Wundarzt schon deutlich größere Exemplare aus den Bäuchen einiger seine Patienten gezogen. Nicht alle hätten den Befall mit dem Wurm überlebt. Weiter befragt führt der Arzt aus, dass diese Krankheit – der Befall mit dem „Drachenwurm“ – typisch sei für Gegenden mit schlechter Wasserqualität. Was ins Bild passen würde, denn für die allermeisten der Krankheiten, die aktuell in der Stadt grassierten, gelte vergleichbares.

Gestärkt in ihrer Vermutung, dass das Geheimnis der Krankheit etwas mit den Brunnen zu tun haben müsse, und mit neuer Ausrüstung, sowie in Begleitung zweier zusätzlicher Legionäre, brechen die beiden Männer wieder gen nord-östlichem Brunnen auf. Vincentius lässt sich mit Hilfe der kräftigen Soldaten in den Schacht hinab und findet ungefähr die gleiche Situation wie im ersten Brunnen vor. Allerdings ist das Wasser noch deutlich trüber und an den Wänden des Schachtes wimmelt es von Insekten und anderem Kleingetier. Plötzlich spürt Vincentius eine streifende Bewegung an seinem Fuß, woraufhin er zunächst aus dem Wasser heraussteigt und sich an Vorsprüngen in der Wand abstützt. Doch da einige Schläge mit dem Gladius von hier oben nichts bringen, steigt er wieder hinab in das Wasser, um herauszubekommen, was es mit der Bewegung dort unten auf sich hat. In just diesem Augenblick spürt er einen heftigen Schmerz an seinem rechten Knöchel! Geistesgegenwärtig lässt er sein Schwert herabfahren und spürt, wie er mit seinem Hieb einen Körper entzweit. An seinem Knöchel hängt ein Schlangenkopf, noch immer in sein Fleisch verbissen. Der erfahrene Zenturio zieht den Kopf aus seinem Fuß heraus und ruft nach oben, man solle ihn eiligst herausziehen. Kaum an der Oberfläche, wird er von den beiden Legionären umgehend zurück in die Garnison getragen, wo Theophanes seinen Augen kaum glauben kann, den Mann so schnell wieder zu sehen. Doch Vincentius kann dazu nichts mehr sagen. Er fällt, kaum im Zelt des Arztes, in einen tiefen Schlaf.

Derweil hat Novus es mit der Angst zu tun bekommen. Nicht nur, dass er Blut hustet, nein, nun wurde auch noch sein Begleiter, ein tapferer römischer Soldat von einer Schlange gebissen. Und das alles hat etwas mit dem Wasser in dieser Stadt zu tun! Sein Blick fällt auf das neben ihm aufragende Badehaus. Zwar wird es nun schon langsam dunkel, aber er beschließt, der Sache notfalls alleine auf den Grund zu gehen. Im Eingangsbereich trifft er auf Bardol, den Betreiber des Hauses, der in weite Roben gehüllt und stark geschminkt ist. Auffälligerweise trägt er auch Handschuhe, so dass Novus von dessen Haut kaum etwas zu erkennen vermag. Während des kurzen Gesprächs mit dem Badehausbesitzer erhält dieser eine zugeflüsterte Nachricht von einem seiner offensichtlich parthischen Diener, in der es um einen Schaden im Tepidarium geht. Auf diese Nachricht von Novus angesprochen, zuckt Bardol kurz zusammen, bevor er aber ganz normal erklärt, dass es sich nur um ein kleines Problem mit einem Stammkunden handle. Das Tepidarium müsse aber deswegen leider am heutigen Abend geschlossen bleiben.

So betritt Novus den Badebereich, in dem sich außer ihm scheinbar nur noch ein weiterer Gast aufhält, der aber gerade vom Caldarium ins Frigidarium wechselt. Dem jungen Kaufmann fällt umgehend ein schwacher, süsslich-ekliger Geruch auf, der ihn zu umgeben scheint. Der Versuch, den Geruch genauer zu lokalisieren, führt den Weinhändler vor die verschlossene Tür des Tepidariums. Die Tür ist jedoch nicht verriegelt – und so wirft der Neugierige einen Blick hinein. Er erblickt ein ganz normales Bad, in dem jedoch einige der Bodenfliesen zersprungen sind. Offensichtlich hat man mit einer Art Stab oder etwas ähnlichem Löcher in die Kacheln geschlagen, woraufhin diese zerplatzt sind. Novus versucht nun, den Gast zu finden, dessen Name Bardol eben zugeflüstert wurde, muss aber feststellen, dass es niemanden mit diesem Namen hier gibt. Alles was er vom einzigen anderen Besucher erfährt, sind Bestätigungen des bereits Bekannten. Inzwischen fällt aber immer mehr Menschen auf, wie blass der junge Römer geworden ist und er selbst leidet unter kaltem Schweiß und Fieber.

Nachdem er, um seine Kasse aufzubessern und sein Eigentum zurück zu fordern, kurz erfolglos versucht, zum Tribun Varro vorgelassen zu werden – immerhin wollte dieser die Beschlagnahmung des Weines noch einmal überdenken – wendet sich Novus eiligen Schrittes mit leeren Händen gen Tempel der Allat. Er weiß von Vincentius ja, dass dieser ihm freundlich gesonnen war und dass der Zenturio hier auch einen Hinweis auf das Wasser erhielt. Im Tempel empfängt ihn auch der alte Priester. Er tröstet den jungen Novus und empfiehlt ihm, ein Opfer zu spenden, dann werde sich die Göttin der Sache annehmen und schließlich mit ihrem reinigenden Regen alles wieder in rechte Bahnen lenken. Kaum hat der Kaufmann sein Rauchopfer dargebracht, wird ihm sehr leicht. Das letzte, woran er sich erinnern kann, ist die tröstende Hand des hinter ihm stehenden Alten auf seiner Schulter. Danach umfing ihn die dunkle, traumlose Nacht.

  • Die Episode bei Quintus Flavius Syro ist so im Abenteuer eigentlich nicht vorgesehen. ich hielt sie aber für sinnvoll, da der junge Novus zum einen einen persönlichen Anreiz zum Lösen der mysteriösen Vorfälle in der Stadt benötigte und auf diese Weise der Weg geebnet war, ihn selbst, als Zeugen und Gast in einem von Krankheit befallenen Haus, mit dem Verlust seiner Gesundheit zu bedrohen. (Dies wurde dann durch den verhauenen ersten CON-Check des Novus unterstützt, mit dem er sich dann tatsächlich – nach dem Zufallsprinzip – auch mit der Schwindsucht ansteckte und auf meine Anspielungen seiner Symptome hin auch wunderbar mitspielte. Motivation war von diesem Moment jedenfalls ausreichend vorhanden.)
  • Eine besondere Schwierigkeit bei soldatischen Charakteren ist: Wie entbindet man sie glaubhaft von ihren regulären, dienstlichen Pflichten? Die hier vorgestellte Lösung wurde bereits von Beginn an vorbereitet: Vincentius ist ein hochrangiger Zenturio, der zweithöchste Befehlsgeber in der 1. Kohorte, direkt nach Varro, und zugleich der Mann, der bei Varro aufgrund seiner Pflichttreue und hervorragenden Leistungen höchstes Ansehen genießt. Wenn es eine Aufgabe gibt, die besonderer Beachtung bedarf, dann ist Vincentius Varros Mann dafür. Dementsprechend ist er auch der Richtige für die Nachforschungen in der Stadt.
  • Eine große Überraschung für mich war, dass der Zenturio nicht sofort, nachdem er aus dem regulären Dienst entlassen worden war, die in der Garnison arbeitenden Wundärzte besuchte, um hier erste Informationen einzuholen. Dies obwohl ich einen großen besonders abgetrennten Bereich im Garnisonslager beschrieben hatte, der offensichtlich ein vergrößertes Lazarett darstellte. Daher war es für mich eine Erleichterung einen Vorwand zu finden, die Charaktere ins Lazarett zu schicken und mit einem Arzt sprechen zu lassen. Natürlich ist mir bewusst, dass ein militärischer Feldarzt nicht so einfach einen örtlichen Künstler behandelt, aber ich beschloss, dass Theophanes ein Menschenfreund ist – durchdrungen vom hippokratischen Eid. Er fragt nicht nach Stand oder Beruf, sondern hilft, wo er helfen muss, und solange er keine Probleme mit seinen Vorgesetzen bekommt, soll ihm egal sein, wer da auf dem Tisch liegt.
  • Zum Namen des Arztes: Im Spiel hieß er nicht Theophanes, was den Spielern, sofern sie diese Mitschrift lesen sollten, wahrscheinlich sofort auffallen wird. Diese Namensproblematik gibt es an einigen anderen Stellen übrigens ebenso. Der Grund ist eigentlich ein ganz klassischer Spielleiter-Fehler: wenn dieser nämlich denkt, er wäre total prima darin, NSC-Namen zu improvisieren, dann aber in der entscheidenden Situation feststellt, dass ihm das wider Erwarten nicht gelingen will, muss er die Namen manchmal im Nachhinein doch noch verändern. Daher nochmal für alle SL, egal ob erfahren oder nicht: Legt Euch immer eine Liste mit passenden Namen für verschiedene Volks- und Standesgruppen zurecht!
  • Die Schlange im Brunnen. Ein heikles Thema, speziell, wenn man den weiteren Verlauf des Szenarios betrachtet. Im Nachhinein frage ich mich, ob es notwendig gewesen ist, dass der Zenturio gebissen wurde. Aber nachdem ich ihn vorsichtig gewarnt (Vorbeistreifen am Fuß) und er zunächst auch richtig reagiert hatte (raus aus dem Wasser), hielt ich es für sinnvoll, die Bedrohung auch so auszuspielen, wie sie sich darstellte. Dass der Zenturio wieder zurück ins Wasser stieg, war eine mutige Entscheidung. Aber sie hatte in Verbindung mit dem weiteren Herumstochern im trüben Wasser auch die – meiner Meinung nach absehbaren – Konsequenzen.
IV. Palmyra – Eine leidende Wüstenstadt (Tag 2)Langsam kehrt das Gehör zurück… danach erst die Sehkraft… Das erste, was Vincentius erblickt, ist das freundliche Gesicht des Theophanes. Dieser rührt anscheinend eine Salbe an. Wie Vincentus, dessen ganzer Körper aus Blei zu bestehen scheint, erfährt, hat er noch einmal Glück gehabt. Der Wundarzt hat die vergifteten Teile der Wunde herausgeschnitten und das Bein abgebunden. Zusammen mit einer Salbe konnte zumindest der Tod des Zenturios verhindert werden. Doch das Bein sieht schlimm aus: Der Fuß ist blau-schwarz angelaufen, das Bein nahezu komplett taub und Theophanes Miene wird ernst, als er seinem Patienten mitteilen muss, dass noch nicht feststeht, ob er seinen rechten Unterschenkel behalten kann. Froh, dass er wenigstens die Nacht überlebt hat, fällt Vincentius wieder in einen Schlaf der Erschöpfung.Novus erwacht in Decken eingewickelt vor der Kultfigur der Allat. Der Tempel wirkt verlassen. Auf sein Rufen reagiert niemand. Als sich der junge Mann erhebt, bemerkt er, dass seine Geldbörse, angefüllt mit fast 600 Sesterzen, verschwunden ist. Wütend über diesen Diebstahl eilt er zunächst um den Tempel herum und versucht, das Wohnhaus des alten Priesters zu finden. Es liegt direkt hinter dem Tempel, doch auf sein Klopfen an der verriegelten Tür, meldet sich niemand. Die Nachbarn haben auch nichts gesehen oder gehört. Also lenkt der Weinhändler seine Schritte zur Garnison, wird dort jedoch abgewiesen und zum Palast des Stadtpräfekten geschickt. Vor diesem steht eine lange Schlange von Menschen, die auf eine Audienz bei Malleolus hoffen. Ein Sekretär des Statthalters trägt die Wartenden in eine Liste ein. Aber es wird wohl Stunden dauern, bis der junge Römer vorgelassen wird. Niedergeschlagen begibt er sich mit laut knurrendem Magen in sein Schicksal und wartet.Derweil erwacht Vincentius erneut aus seinem traumlosen Schlaf. An seinem Bett der Tribun Varro und wieder Theophanes. Letzterer hat gute Neuigkeiten: Der Unterschenkel muss nicht abgenommen werden. Aber das Bein wird wohl niemals mehr so sein wie früher. Daran schließt sich Varro an: Er ist hergekommen, um dem Zenturio die Papiere zur ehrenhaften Entlassung zu überreichen. Die körperlichen Schäden, die dieser in Ausübung seiner Pflicht davongetragen habe, seien zu schwerwiegend, um den Dienst innerhalb der wenigen verbleibenden Tage wieder aufzunehmen, daher sei die vorzeitige Entlassung der beste Weg, um den angeschlagenen aber tapferen Soldaten zu für seinen Einsatz zu belohnen. Als Entlassungsgeschenk gibt es zudem eine Zahlung von 2500 Sesterzen und den Rat, schnellstmöglich nach Rom zu reisen, und sich dort für die nächste Landverteilung registrieren zu lassen. Lang gediente Veteranen hätten immer noch die besten Chancen mit einem eigenen Hof belohnt zu werden. Danach verabschiedet sich der Tribun nur noch mit einem „Du kommst endlich nach Hause, Kamerad. Die Götter sind dir freundlich gesonnen. Nutze dieses Geschenk weise.“ Schließlich tritt Theophanes wieder an das Bett des Patienten und überreicht im ein kleines, mit Wachs versiegeltes Tongefäß. Mit der darin enthaltenen Salbe solle er die Wunde regelmäßig einreiben und täglich einen frischen Verband anlegen, dann müsste das Gröbste bald überstanden sein. Schließlich weist er auf eine Krücke in der Ecke des Zeltes und teilt dem Kranken mit, er könne gehen, sobald er sich dazu stark genug fühle. In Vincentius erwacht daraufhin der Wunsch möglichst bald aus dieser schrecklichen Stadt wegzukommen und so ringt er mit seinem schwachen Körper, gewinnt und verlässt kurze Zeit später die Garnison. Sein erster Weg führt ihn auf den Markt zu einem Pferdehändler, doch dieser ist eine ehrliche Haut und warnt den mitgenommenen Römer davor, alleine durch die Wüste zu reiten – und mit Karawanen sei so schnell nicht mehr zu rechnen. Da erinnert sich auch Vincentius an die Gefahren, die die Wüste bereithält: u.a. wilde Raubtiere wie die Bardi und Räuberbanden, denen er in seinem Zustand vollkommen hilflos ausgeliefert wäre. Verzweifelt, dass er seine Familie vorerst nicht erreichen kann, schleppt er sich wieder auf die breite Straße, die von der Garnison zum Markt führt.

Unterdessen ist Novus zum Stadtpräfekten vorgelassen worden. Malleolus ist ein ungeduldiger Mann und ist ganz offensichtlich genervt von einem Römer, der anscheinend keine größeren Probleme hat, als 600 gestohlene Sesterzen. Immerhin lebe er noch und er sei wohlauf, wenn auch etwas blass. Tatsächlich bemerkt auch der junge Kaufmann in diesem Augenblick zum ersten Mal heute, dass es ihm anscheinend wieder etwas besser geht, sein Husten ist deutlich zurückgegangen und auch sein Fieber scheint abgeklungen. Malleolus wirft dem Kaufmann, dessen Magen lauthals knurrt, einen Aureus zu und schickt ihn fort. Damit könne er zumindest eine Weile überleben, bis er seine Angelegenheiten wieder geregelt habe. Novus investiert das Geld umgehend in etwas zu essen, meidet aber weiterhin alles, was mit Wasser aus den Brunnen hergestellt sein könnte (z.B. Suppen und den obligatorischen Krug Wasser, der ihm hingestellt wird). Stattdessen bleibt er lieber bei Obst und Brot. Nachdem er seinen ersten Hunger gestillt hat, macht er sich wieder auf den Weg durch die Stadt und trifft auf der breiten Straße seinen Freund Vincentius wieder.

Zunächst werden die neuesten Entwicklungen auf beiden Seiten ausgetauscht. Dann beschließen die Männer, noch einmal das Wohnhaus des Priesters aus dem Tempel der Allat aufzusuchen. Möglicherweise hat er ja zumindest etwas gesehen, wenn er schon nicht selber der Dieb von Novus‘ Geldbeutel ist. Doch wie auch schon am frühen Morgen dieses Tages ist niemand zuhause und die Tür ist verriegelt. Noch während die beiden beraten, was als nächstes zu tun sein, stürzt aus einer Nebengasse ein bekanntes Gesicht an ihnen vorbei und fällt auf den schmutzigen Boden: Alexander, grün und blau geschlagen, mit blutigen Wunden im Gesicht, rappelt sich auf, erkennt die beiden Römer und fleht sie um Schutz an. Ein Haufen vermummter Gestalten habe ihn angegriffen, als er in der Nähe des Badehauses von Bardol seine Talismane verkaufen wollte. Während Novus sich noch herrlich über den Umstand amüsiert, dass es offensichtlich zu einem städtischen Sport geworden sei, den Amulettverkäufer zu schlagen, tauchen die Angreifer bereits aus der gleichen Gasse auf, wie auch schon Alexander. Ohne zu zögern ziehen alle sechs Männer ihre Dolche und greifen an. Geistesgegenwärtig schiebt Vincentius Alexander beiseite und ruft Novus zu, er solle Hilfe holen. Dann zieht er, der angeschlagene, auf einer Krücke laufende, Ex-Zenturio, den ihm überlassenen Gladius und macht der Legion alle Ehre. Mit einem einzigen Hieb schaltet er einen der Angreifer aus. Einen anderen lässt er in seine Parade laufen, so dass dieser in seine eigene Klinge fällt. Doch die Vermummten sind zu sechst, der Soldat verwundet und zudem kämpft er ohne seine Waffenbrüder rechts und links. So können die eilig aus der Garnison herbeigeeilten Legionäre nur noch mit ansehen, wie ihr langjähriger Vorgesetzter von mehreren Stichen tödlich verwundet wird. Allerdings wird keiner der Angreifer diese Tat überleben, denn die Soldaten machen sie allesamt auf grausame Art nieder. Der sterbende Vincentius rafft sich derweil noch ein letztes Mal auf und bittet Novus, das Rätsel um diese Krankheiten trotzdem noch zu lösen. Er will nicht umsonst gestorben sein.

An dieser Stelle endete die erste Sitzung des Abenteuers. Wann es fortgesetzt werden kann ist leider noch unklar. Sicher ist, dass Vincentius das Rätsel um die Epidemie von Palmyra nicht mehr lösen wird. Doch kann Novus diese Aufgabe allein bewältigen? Wer könnte ihm denn noch helfen? Woher kamen die vermummten Angreifer? Und was geht im Badehaus von Bardol vor sich? Fragen, die nur die Zukunft beantworten wird …

Nachtrag: Aufgrund der nachfolgend wiedergegebenen Kritiken meiner Spieler und aufgrund akuten Zeitmangels haben wir uns entschlossen, dieses Szenario nicht mehr zu Ende zu spielen.
Kritiken der Spieler
Batman
Gut, dann möchte ich als Spieler dieser Invictus-Session mal ein paar Impressionen zum Besten geben.Ich schätze mich selbst vom Spielertyp als Vertreter der Kategorie „Problem-Solver“ein,
was sich auch darin manifestiert, dass meine Charaktere dazu neigen, eher zielgerichtet aufgebaut zu sein.
Hier kam mir bei „Invictus“ die Charakterklasse des „Zenturio“ sehr entgegen. Ich konnte meinen Charakter
guten Gewissens mit Taktik- und Kampffähigkeiten ausstatten, sozialere Fähigkeiten wurden mittels
der „Hobbyfähigkeiten“ hinzugefügt, kamen aber entsprechend kürzer.Ich hatte in den Tagen vor dem Spiel die Zeit, mich etwas über die Kaiserzeit Roms zu informieren, dank Wikipedia nur etwas Zeitaufwand. Ausserdem habe ich mir die erste Staffel der Serie „Rome“ reingepfiffen, was für das Verständnis der Verhältnisse sehr hilfreich war und was ich als Empfehlung weitergeben möchte.(Nicht unbedingt diese Serie aber etwas Hintergrundwissen wird der Atmosphäre ziemlich entgegenkommen).
Edit: Hm. Wenn ich´s mir recht überlege, ist „Rome“ eigentlich doch ziemlich optimal zur Einstimmung, weil es verschiedene Protagonisten aller Stände gibt und sowohl der große, epische Rahmen geschildert wird, wie auch das alltägliche Leben aus der Sicht von Plebejern und Patriziern. Glücklicherweise hatten wir mit Thanatos einen Spielleiter, der sich ziemlich gut in dieser Epoche auskennt, was dem eigenen Charme des Settings natürlich ausgesprochen zuträglich war.Ab hier mal mit Spoiler-Tag, da es um den Verlauf des Abenteuers geht.

Während der Reise kam der geradelinige Zenturio meinem Spiel sehr entgegen, er war der vom Rang her nur dem Tribun unterstellt, ich musste also auf der einen Seite Ergebnisse abliefern, als wir von einem Rudel seltsamer Wüstenhunde verfolgt und attackiert wurden, hatte aber auf der anderen Seite völlig freie Hand bei der Wahl der Mittel.
In der Stadt angekommen und mit einem „Undercover“-Auftrag versehen, fiel mir zwar das Spiel der Rolle
nicht unbedingt schwerer wohl aber die Aufgabe, diesen Charakter auf einen erfolgsversprechenden Pfad zu bringen. Auf der Suche nach Hinweisen in einem Brunnen ging dann leider der Cthulhu-Spieler mit mir durch. Zu sehr darauf bedacht, etwas Übernatürliches zutage bringen zu wollen, vergaß ich einfachstes Sicherheitsdenken und fing mir folgerichtig einen heftigen Schlangenbiss ein, von dem ich schon dachte, er würde das Aus für meine Ermittlungen bedeuten. Es war dann auch so, dass in der zweiten Hälfte des Spiels mein kommunikativerer Gegenpart die wesentlichen Ermittlungen durchführte, der humpelnde Haudegen tat sich recht schwer. Dann leider rächte sich die Unvorsichtigkeit, als ein möglicher Zeuge von einigen fiesen Typen verfolgt wurde und ich mich dazwischen warf. Ich hoffte mit zwei/drei schnellen Kills die Moral der Angreifer zu brechen und im fitten Zustand hätte das vielleicht hingehauen, so aber ging ich nach einigen Runden trotz unverschämten Würfelglücks unter.

Unterm Strich hat mir das Setting sehr gut gefallen und ich bin gerne wieder für ein Spielchen zu haben. Wir hatten eine sehr dichte und stimmungsvolle Atmosphäre, was für mich die halbe Miete eines gelungenen Spielabends bedeuted. Die spannende Frage für mich wird jetzt wohl sein, welche Charakterklasse ich als nächstes
ausprobiere.

Serienheld

Erstmal ein kleines Vorwort:
Sowohl cthuluides Rollenspiel als auch die Antike sind absolut nicht mein Spezialgebiet. An Monstern aus den Mythos kenn ich genau eins, und das hat Tentakeln vor dem Mund und gibt dem ganzen Rollenspiel seinen Namen. Die Romane hatte ich zwar mal in der Hand, wurden aber immer wieder aufs neue nach ein paar Seiten gelangweilt weggelegt. Das spielerische Entdecken des Mythos dagegen hat durchaus seinen Reiz. Auch wenn ich tatsächlich noch nie ein CoC-Abenteuer zu Ende gespielt habe und folglich auch noch nie ein Monster aus dem Mythos gesehen habe (*höhöhö*) finde ich die spannende Atmosphäre des Ungewissen und des großen Zweifelns sehr genial und freu mich auf jede Gelegenheit gutes Rollenspiel durch Schrecken auszuspielen.
Mein Wissen um die Antike resultiert letztlich auch nur dank einiger Asterix-Comics und der römischen Kanonbe mit Leslie Nielsen sowie dem Gladiator. Ich wusste also nicht, auf was ich mich da genau einlassen würde, zumal ich nur die zwei Seiten Info, die Thanatos uns zur Verfügung gestellt hat, zur Einstimmung bereit hielt. Ende des Vorworts.

Ein kurzer Spielbericht
Durch das oben angesprochene Unwissen habe ich Thanatos im Vorfeld gebeten mit einen Charakter vorzufertigen. meine Rolle war die des Weinhändlers Novus, der eine Fuhre Wein nach Palmyra begleitet. Da dort seinerzeit eine Epidemie grassierte, war es natürlich ein Risiko für einen einfachen Weinhändler die Stadt zu betreten. Allerdings muss man bei einem OneShot auch mal Fünfe gerade sein lassen, immerhin hat ein reicher, römischer Bürger eigentlich keinen Grund in einer von einer Epidemie verfluchten Ortschaft einzukehren und dort ein Rätsel zu lösen. Aber das ist ein grundlegendes Problem bei Max Mustermann-Charakteren mit normalen Berufen. Die erste Motivation war das ausbringen des Weines mit der festen Überzeugung, das mir als römischen Bürgern von Natur aus nichts passieren kann, immerhin bin ich hygenisch an Badehäuser gewöhnt. Nutzte letztlich nichts: Über all dessen wurde Novus sämtlicher Güter beraubt (Konfesziert durch die Truppen!!!), erkrankte selber und hatte irgendwann dank eines fiesen Priesters auch keine Sesterze mehr übrig. Genug Motivation für einen Weinhändler den inneren Helden zu entdecken und mit dem Zivilermittler Querstrick römischen Zenturio auf die Suche nach der Vergiftung des Wassers zu gehen, aus deren die erkrakungen scheinbar folgte. Immerhin sei dort ein Halbmensch Querstrich Halbfisch, der aus Neid und Eifersucht die Menschen erkranken lässt und der eventuell für Novas ein Schritt Richtung Heilung bedeuten könnte…

Kritik
Gruseln in der Antike. Hört sich zumindest gut an. Auf der einen Seite haben wir römische Legionäre, auf der anderen Kreaturen des Mythos. Für einen gebürtigen Fantasy-Rollenspieler wie mich eine Sache, die sich leicht vorstellen lässt. Denkste! Wie ich erst einmal lernen durfte, ist vieles in der Kultur des römischen Reiches anders als gedacht: Herbergen sind verachtet und römische Bürger, die was auf sich halten, kehren in solche Rattennester nciht ein, da sie Mord und Totschlag bedeuten. Die Gesetze sind ziemlich drakonisch, nciht selten kommt es zum Tod des Straftäters. Die Geldeinheiten sind nicht in üblichen 10er Schritten unterteilt, sondern tatsächlich in 4er Schritte. Es ist zwar interresant zu sehen, lies mich jedoch immer wieder aufs neue leicht straucheln. Mit Thanatos hatten wir jedoch einen Spielleiter, der in seinem Element war und durchaus in passenden Situationen ein wenig über die historischen Gegebenheiten erklärt hat, sozusagen Geschichtsunterricht 2.0, was letztlich das ganze etwas greifbarer machen konnte. Ohne ihn wäre Invictus ganz sicher zu Standard-Fantasy verkommen. Letztlich sorgte das jedoch immer wieder dazu, dass ich mich mit meinem Novus nicht wirklich in dieser Welt zu Hause fühlte: Wo genau sollte ich nun hin, was genau könnte ich machen, mit wem reden ohne das ich mich blamiere. Ich war letztlich immer wieder auf Hilfestellungen angewiesen, wo ich nach was suchen könnte. Im Vorfeld wusste ich weder, was ein (römisches) Forum ist, noch wie die Römer auf Reisen wohnten. Spieler sollten durchaus mindestens erweiterte Kenntnisse in Sachen Antike haben, um handlungsfähig zu bleiben. Fehlt diese, ist man letztlich ziemlich verloren und weiß nicht wirklich, wo sich was abspielt und läuft verloren zwischen all den Lokationen herum, die man kennt: Brunnen – Tempel – Badehaus – Brunnen – Tempel ;)
Ebenfalls aufgefallen ist mir das antike Aberglaubetum. Im Vorfeld hieß es, das Römer toleranterweise alle Religionen neben ihrem Pantheon als gleichwertig und berechtigt akzeptieren. Ebenso ergeht es letztlich in Sachen Aberglauben rund um Dämonenwesen. In diesem Fall durfte Novus direkt das Gerücht aufschnappen, dass ein Fischwesen für die Erkrankungen zuständig ist. Leider liegt es wohl in der Natur des Römers, auch tatsächlich solche Erklärungen als valide einzustufen und prompt haben sich Novus und Vicentio auf der Suche nach einem Fischwesen befunden, von denen beide auch überzeugt gewesen sind. Leider hat sich ab diesem Zeitpunkt alles ein wenig mehr wie ein Fantasy-Rollenspiel angefühlt: Auf der Suche nach dem bösen Monster, und auch wenn wir das Mpnster gesehen hätten, dann wäre das Gesehene zwar noch immer ein einschneidendes Erlebnis – jedoch eins, das viele, viele Römer glauben ansatt die Charaktere geisteskrank auch durch den sozialen Lokus zu zerren und sie langsam entarten zu lassen. Die Bedrohung des fremden, nicht für möglich gehaltenen Grauens wird so mehr erfassbar als es in aufgeklärten Zeitaltern möglich wäre.

Fazit:
In falschen Händen läuft Invictus schnell Gefahr zu Grusel-Fantasy zu werden, und wenn die Spieler nicht die gleiche Kenntnisse wie der Spielleiter hat, so läuft man Gefahr, ein Fremdkörper zu sein und eher zu reagieren als zu agieren. Es fehlt das Selbstverständnis, dass die 20er oder auch Now bieten, hebt sich allerdings auch sehr von z.B. Fantasy-Mittelalter-Klischees ab.

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