Lovecraft und die Antike (I)

Wenn man sich mit der Idee, den Cthulhu-Mythos in der Antike zu erleben, eine Weile beschäftigt, dann fragt man sich irgendwann geradezu zwingend, wie H. P. Lovecraft, der Begründer dieses Mythos, es denn selbst mit dieser Epoche gehalten hat. Interessanterweise kann man in seinen Arbeiten eine ganze Reihe an Hinweisen zu seinem Verhältnis gegenüber den alten Griechen und Römern finden. In dieser losen Reihe möchte ich einige davon vorstellen.

Im ersten Teil soll eine Passage aus Lovecrafts autobiographischer Schrift Some Notes on a Nonentity (1933) im Mittelpunkt stehen. Hier erklärt der Autor, wie er bereits im zarten Alter von sechs Jahren die griechisch-römische Mythologie für sich entdeckte:

When I was six years old I encountered the mythology of Greece and Rome through various popular juvenile media, and was profoundly influenced by it. I gave up being an Arab and became a Roman, incidentally acquiring for ancient Rome a queer feeling of familiarity and identification only less powerful than my corresponding feeling for the eighteenth century. In a way, the two feelings worked together; for when I sought out the original classics from which the childish tales were taken, I found them very largely in late seventeenth and eighteenth century translations. The imaginative stimulus was immense, and for a time I actually thought I glimpsed fauns and dryads in certain venerable groves. I used to build altars and offer sacrifices to Pan, Diana, Apollo, and Minerva.

Den Einfluss, den diese Phase seiner Kindheit noch auf sein späteres Wirken haben sollte, kann man vielleicht abschätzen, wenn man die erstmals 1920 veröffentlichte Erzählung Poetry and the Gods liest, deren Mittelteil von einer Zusammenkunft griechischer Göttergestalten auf dem Parnassus berichtet. Dieses Stück schwere Kost hat zum Glück weiter keine große literarische Bedeutung – und auch für den Mythos rund um Cthulhu ist die Geschichte irrelevant. Anders allerdings andere seiner Geschichten, in denen Lovecraft sein Interesse für die Antike offenkundig hat sichtbar werden lassen. Doch dazu später mehr.

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