Archive | März 2012

Geld und Preise

So ausführlich Cthulhu Invictus auf die Möglichkeiten eingeht, den Mythos (inkl. Mythoskreaturen, -büchern und Kulten) in die Antike zu transportieren, so sträflich vernachlässigt das Setting die alltägliche Ebene des Ermittler-Handwerks. Besonders auffällig ist dies im Bereich der Ausrüstung, die nur die absoluten Standards abdeckt, und in Bezug auf Waren und Dienstleistungen. Schmerzlich ist vor allem, dass Preise fehlen. Doch wenn die Spieler nicht einschätzen können, wieviel 5000 Sesterzen nun eigentlich wert sind, d.h. was sie sich dafür kaufen können, dann fallen diese Sesterzen als Motivation oder Belohnung für Aktionen vollständig aus.

Aus diesem Grund und aus purer historischer Neugier habe ich eine eigene Seite mit Preisen für Waren und Dienstleistungen angelegt. Die dort zu findende Liste ist natürlich weit entfernt von jeglicher Vollständigkeit. Sie wächst organisch – immer dann, wenn ich eine neue Angabe in der Literatur finde, die ich hier einbauen kann. Zudem muss bedacht werden, dass die Liste natürlich nicht wissenschaftlich einwandfrei ist und sein kann. Für viele Bereiche fehlen uns überlieferte Preise. An diesen Stellen wurden plausible Werte eingefügt, sofern möglich. Schließlich muss selbst da, wo Preise überliefert sind, berücksichtigt werden, dass die Angaben aus ganz unterschiedlichen Zeiten stammen. In den meisten Fällen wird aber angenommen, dass der jeweilige Wert ohne Probleme in das 1. Jh. n. Chr. übernommen werden kann – während an anderer Stelle eine Anpassung erfolgt ist, um eine Konsistenz im Spiel zu gewährleisten, während auf die historische Akkuratheit in diesem Fall wenig Rücksicht genommen wird.

Natürlich ist jede Hilfe bei der Erweiterung oder Korrektur der Preisliste willkommen. Kommentare sind der beste Weg, um sich zu beteiligen.

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Inspirationsquellen für Spieler

Manchmal – eigentlich sogar immer –  ist es hilfreich, wenn Spieler eines historischen Rollenspielsettings schon bevor sie in ihre Rollen schlüpfen, besser: bevor sie ihre Charaktere erstellen, einen Eindruck davon bekommen, welche Möglichkeiten die entsprechende Epoche bietet. Wie gestaltet sich das alltägliche Leben zu dieser Zeit? Wie bestreiten die Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten ihren Lebensunterhalt? Welche Handlungsoptionen bieten sich? Welche Verpflichtungen haben sie? Welche Rechte können sie in Anspruch nehmen? Müssen kulturelle Besonderheiten beachtet werden?

Natürlich wäre es eine Möglichkeit, die Spieler mit entsprechender Fachliteratur oder zumindest Auszügen aus ebensolcher als Spielhilfen zu versorgen. Eine weitere Möglichkeit, das learning by doing in einer bestimmten Kultur zurechtzukommen, wurde bereits im letzten Post „die Antike – eine fremde Welt“ vorgestellt. Diese Variante kann aber nicht allzu häufig eingesetzt werden und sie eignet sich auch nur für eine bestimmte Sorte Szenarien. Daher soll es hier nun um eine dritte Option gehen: Das Lernen über kurzweilige Unterhaltung. Dazu kommen vor allem Filme und Serien in Frage, aber auch historische Romane bieten sich an. Nicht zuletzt will ich hier auch populärwissenschaftliche Literatur erwähnt wissen, da sie meistens sehr viel spannender zu lesen ist, als die akademische Fachliteratur.

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