Wie dekliniert man eigentlich … Cthulhu?

In dieser neuen, nicht ganz so ernst gemeinten Reihe, widme ich mich den grammatischen Schwierigkeiten, die der Cthulhu-Mythos in der römischen Antike mit sich bringt.

Wenn am Spieltisch echt-römische Atmosphäre aufkommen soll, dann sind lateinische Floskeln oder gar aufwendig gestaltete Handouts in der Sprache der Römer, die zum Beispiel Inschriften, Briefe, Zauber oder Ähnliches repräsentieren sollen, ein naheliegendes Mittel, um diese Stimmung zu erzeugen. Dumm nur, dass die Römer bestimmte Vokabeln wie etwa „Cthulhu“ noch nicht kannten, man die grammatischen Basis-Informationen zu diesem Wort also nicht einfach im Stowasser oder im Georges findet. Dementsprechend habe ich ersteinmal selbst festlegen müssen, in welche Deklinationen etwa die Namen der Mythos-Götter hineingehören – hier erstmal der Vorschlag für die bekanntesten fünf:

  • Cthulhu, Cthulhus n. (ggf. m. als Sonderfall)
  • Cyaega, Cyaegae m.
  • Dagon, Dagonis m.
  • Hastur, Hasturis m.
  • Nyarlathotep, Nyarlathotepis m.

Im Falle von „Cthulhu“ sähe die Deklinationstabelle also so aus:

  Singular Plural
Nominativ Cthulhu entfällt
Genitiv Cthulhus entfällt
Dativ Cthulhui entfällt
Akkusativ Cthulhu (!) entfällt
Ablativ Cthulhu entfällt

Ob man dem Großen Alten dann ausnahmsweise das männliche Geschlecht zusprechen will (grammatisch läge eher das Neutrum nahe), ist eine Geschmacksfrage. Ich persönlich finde die Idee passend, Cthulhus natürliches Geschlecht im Dunklen zu lassen, muss aber auch eingestehen, dass mir keine einzige Publikation bekannt ist, in der er nicht als maskuline Gottheit beschrieben würde. (Das gilt übrigens auch für nahezu allen anderen Wesen des Mythos. Von Shub-Niggurat viellicht abgesehen.)

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2 responses to “Wie dekliniert man eigentlich … Cthulhu?”

  1. Frostgeneral says :

    Es mag mir leicht Frivol erscheinen, anzunehmen es handle sich hier um eine u-Deklination. Ich plädiere außerdem dafür, dass es sich nicht um ein Neutrum handelt. Ketzer!

    😀

  2. Dis Pater says :

    Vom Nom. Sg. „Cthulhu“ ausgehend bleibt einem bei Deklinationsklasse und Geschlecht aber eigentlich gar keine andere Möglichkeit als die u-Deklination und Neutrum anzunehmen. Vgl. Rubenbauer/Hoffmann, Lateinische Grammatik, §§ 35-36. Allerdings: Die Formen sind ja nur ein Vorschlag. Mit fiktiven Wörtern darf jeder machen, was er will. Aber nicht wundern, wenn dann am Spieltisch mein Gesicht kurz zu einer schmerzverzerrten Fratze wird. 😉

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